Sommerhaut '

Sommerhaut '

Wenn die Sommersonnenstrahlen am wolkenlosen Sommerhimmel auftauchen, steigt unsere Stimmung … normalerweise! Viele Menschen leiden aber unter den Schattenseiten der Sonne, unter Pigmentstörungen oder Hautreizungen, unter allergischen Symptomen und auch – allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz – unter Sonnenbrand. Der Experten-Club von Gesunde Medizin gibt dieses Mal Tipps zum Vorbeugen und Ratschläge für die Pflege der durch Sonne strapazierten Haut.

Mit den ersten Sonnenstrahlen verbessert sich nicht nur unsere Laune, auch viele andere Prozesse im Körper werden angeregt. Auf der Hautoberfläche beginnt die Bildung der so genannten Lichtschwiele, die wie eine Hornhaut dafür sorgt, dass schädliche Sonneneinstrahlung nicht bis in die tieferen Hautschichten durchdringen kann. Allerdings dauert es ungefähr drei Wochen, bis dieser hauteigene Sonnenschutz voll ausgebildet ist – und selbst dann entspricht er lediglich einem Sonnenschutzfaktor 5. Besser ist es also, andere Möglichkeiten des Sonnenschutzes zu nutzen. Allen voran, da ist sich der Experten-Club einig, sind die Benutzung eines Sonnenschutzproduktes mit hohem Lichtschutzfaktor und der Aufenthalt im Schatten. Erika Schäuble aus Stuttgart spricht daher für den ganzen Experten-Club: „Am besten ist es doch, den Schatten zu suchen, denn im Schatten wird man auch braun.“ Wer sich nicht allein auf die natürliche Umgebung als Schattenspender verlassen will, kann, so ein Tipp von Rosemarie Tittes aus Zwickau, z. B. Betttücher nutzen und diese im Garten, auf dem Balkon, am Strand aufspannen. Vor allem die direkte Strahlung in der Mittagszeit ist besonders intensiv – wenn es nicht möglich ist, diese Zeit im Schatten zu verbringen, sollte man seinen Körper mit leichter Baumwollkleidung schützen. Claudia Montagna aus Schorndorf ergänzt: „Den Kopfbereich mit Hilfe eines Sonnenhutes zu schützen ist nicht verkehrt.“ Denn eine Kopfbedeckung, schon ein Tuch, besser noch ein Hut mit Krempe, trägt auch dazu bei, Überhitzungen und einen gefürchteten Sonnenstich zu vermeiden.

Sonnenschutzprodukte sind in vielen verschiedenen Varianten erhältlich, so dass jeder persönlichen Vorliebe gerecht wird. Sei es Milch oder Creme, Lotion, Gel oder Spray, wichtig ist ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor. Wer sich nicht sicher ist, wie hoch die Eigenschutzzeit seiner Haut und damit dann auch der mindestnotwendige Lichtschutzfaktor ist, sollte sich in der Apotheke beraten lassen. Hier finden sich nicht nur Sonnenschutz-, sondern auch Pflegeprodukte wie Tages- oder Handcremes mit sehr hohem Sonnenschutz und für besondere Ansprüche, beispielsweise für die sehr empfindliche Haut oder für Babys und Kleinkinder. Hannelore Becker aus Schwäbisch Gmünd hat dabei eine Entdeckung gemacht: „Ich hatte lange Jahre Probleme mit einer Mallorca-Akne, habe viele Lotionen und Cremes ausprobiert, nichts hat richtig geholfen. Jetzt habe ich gute Erfahrungen mit Sonnenmilch für Kinder gemacht – obwohl ich schon über 60 bin.“

Von außen lassen sich Hautirritationen durch die Sonne vermeiden, doch auch von innen kann man zu einer schönen Sommerhaut beitragen. Beta-Carotin und die Vitamin C und E sind dafür wichtig, auch Calcium spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es gibt Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, die diese Stoffe zur optimalen Vorbereitung auf die Sonne kombinieren, allerdings benötigen diese eine Weile, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. Um Hautirritationen soweit wie möglich zu vermeiden, sollte mit der Einnahme zwischen vier und zwei Wochen vor einem geplanten Sommerurlaub begonnen werden.

Allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz kann es dennoch immer wieder geschehen, dass die Haut auf zu viel Sonne gereizt reagiert. Wer erste Anzeichen einer Rötung bei sich feststellt, sollte sofort aus der Sonne heraus. Und zwar so lange, bis sich die Haut wieder beruhigt hat – was normalerweise nicht innerhalb weniger Stunden geschieht, sondern durchaus einen Tag oder zwei oder drei in Anspruch nehmen kann. Am Abend tut es der geröteten und überwärmten Haut gut, sie mit einer Quark- oder Joghurt-Auflage von der Wärme zu befreien. Auch helfen kühle Auflagen oder das Auftragen eines kühlenden und damit auch leicht schmerzlindernden Aloe Vera-Gels, wie Andrea Pfäfflin aus Wehrheim empfiehlt. Salben oder Cremes mit Hydrocortison können darüber hinaus dazu beitragen, die Entzündungsprozesse im Körper zu stoppen und helfen auch bei allergischen Reaktionen, die sich aufgrund der Sonne oder des Zusammenwirkens des Sonnenlichtes mit anderen Faktoren entwickeln können.

Auch unempfindliche Haut kann sich im Sommer plötzlich verändern. Angefangen bei hübschen Sommersprossen sind leider auch großflächige Pigmentstörungen möglich, deutlich sichtbare Flächen heller Haut, scharf abgegrenzt von gebräunten Flächen. Ursache dafür kann ein Parfum sein, dessen Inhaltsstoffe unter Sonneneinstrahlung reagieren. Ingrid Stuhler aus München empfiehlt daher: „Bei Benutzung eines Parfums darauf achten, dass es sonnengeeignet ist.“ Aber auch einige Medikamente, beispielsweise Johanniskraut oder Antibiotika, machen die Haut lichtempfindlicher. Sonnencremes gegen Pigmentstörungen oder spezielle Depigmentierungscremes können eine Lösung dafür sein. Sommersprossen hingegen kann man durchaus so lassen, wie sie sind. Denn, so schließt Britta Lischka aus Oberursel: „Warum nur wollen alle immer makellos aussehen? Viel wichtiger ist es doch, gesund zu sein.“